Winterbiathlon 2005

13. Thüringer Forstliche Skimeisterschaften

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Erfahrungsbericht 37. EFNS Raubichi - Weißrussland

Nach Minsk würde ich fahren, zum Wintersport; so verabschiedete ich mich von Freunden und Kollegen am 18.Februar 2005 und viele fühlten sich auf den Arm genommen. Wintersport in Minsk, in Weißrussland und das, wo in den Kammlagen des Thüringer Waldes 80 cm feinster Pulverschnee lagen… Erst nach weiteren Erklärungen sahen sie sich geneigt, mir zu glauben.

Ähnlich erging es mir selbst knapp 36 Stunden später kurz nach Ankunft, als wir im Wettkampfzentrum Raubichi im Gostiniza Nr. 2 unsere Hotelzimmer bezogen. Das kann nicht ihr Ernst sein!? Die Unterkünfte waren abenteuerlich, auf ihre Art einmalig. Detaillierte Beschreibungen würden den Rahmen dieses Berichtes und wohl auch die Vorstellungskraft mancher Leser übersteigen. Dass zwei Sterne keinen Luxus bedeuten würden, war uns klar. So wie wir die Zimmer vorfanden, kann ein Stern nur Übernachtung auf einer Parkbank bedeuten. Dem ersten Schreck folgte die ernüchternde Erkenntnis, dass es nicht zu ändern war und man sich mit den Verhältnissen arrangieren musste. Das taten alle Sportfreunde ohne sich daran zu gewöhnen. Ein schwacher Trost war, dass es anderen nicht besser ging. Erfahrung Nummer 2 nach den 2 1/2 Stunden Wartezeit an der Grenze für einen Einreisestempel im Pass. Weitere Erfahrungen ließen nicht lange auf sich warten. So zum Beispiel die, dass die Kälte hier unser ständiger Begleiter sein würde. Sie begrüßte uns am morgen im Speisesaal mit ca. 15 °C, sie begegnete uns in Form eines Spiegeleis, dessen Temperatur kaum über der des Saales lag, sie begleitete uns durch den Tag mit Werten zwischen -10 und -5 im Freien und einem eiskaltem Wind, gegen den man sich jedoch warm anziehen konnte und sie verabschiedete sich beim Abendbrot; hier in Gestalt der Pommes Frites, welche mit ca. 20°C dem morgendlichen Spiegelei nicht wesentlich an Attraktivität nachstanden. Ganz zu schweigen vom „kühlen“ Restaurantpersonal, dem beim besten Willen kein Lächeln abzugewinnen war.

Die Wettkampfbedingungen waren gut. Bei Temperaturen unter 0°C und einer dünnen Neuschneeauflage war die Loipe beim Einzellauf klassische Technik nicht besonders schnell, was den eher volkssportlich orientierten Teilnehmern entgegenkam. Obwohl Weißrussland ein flaches Land ist - der höchste Gipfel erreicht nur wenig mehr als 300 m ü. NN- liegt ausgerechnet das Wettkampfzentrum Raubichi in hügeligem Gelände einer Moräne mit kurzen, aber z. T. steilen Anstiegen und Abfahrten. Damit bestens vertraut konnten Thüringer ForstSportler/innen in fast allen Altersklassen kräftig beim Kampf um vordere Plätze mitmischen. Stellvertretend genannt seien hier der 4. Platz von Andrea Salzmann in der AK Frauen 41, der 6. Platz von Wolfram Eberhardt in der AK Männer 61 sowie der 3. Platz vom Schwarzburger Forststudenten Lars Weise in der AK Männer 21, der allerdings für Sachsen startete. Selbst im Einzellauf freie Technik und bei den Staffelläufen waren Thüringer Namen in den Ergebnislisten nicht ganz oben, aber weit vorn zu finden. Zum Staffellauf stellte Thüringen unseren Zeitschnellsten für die Staffel „Deutschland 1“, die Thüringer Staffel war nach „Deutschland 1“ die beste deutsche Mannschaftsstaffel. Alle Ergebnisse stehen im Internet unter www.efns.de

Den Veranstaltern der 37. EFNS gebührt Dank für die Ausrichtung der Wettkämpfe. Die Organisation und Durchführung der 37. EFNS ging in Ordnung, die Eröffnungsveranstaltung war Spitze und der Abschlussabend bot ein abwechslungsreiches Programm, wenn auch die freiwillige Prohibition dort und der Mangel an Sitzplätzen nicht nach jedermanns Geschmack war. Die Qualität der Exkursionen war sehr unterschiedlich; der forstfachliche Aspekt kam fast überall zu kurz. Dies war jedoch kein weißrussisches Problem sondern wurde bereits bei Vorgängerveranstaltungen wiederholt bemängelt. Sie boten jedoch - ob gewollt oder ungewollt - allesamt Einblicke in frühere und gegenwärtige Lebens- und Arbeitswelten sowie in gesellschaftliche Verhältnisse. Und damit sind wir bei einem Aspekt, welchen die Veranstalter nicht oder nur bedingt beeinflussen konnten - den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Führt man sich jedoch das postulierte Hauptanliegen des Vereins für die EFNS vor Augen, wonach die EFNS „…Vordenker eines Europas geworden (sind), das für die mit dem Wald verbundenen Menschen keine Grenzen, dafür aber die Weite und Unberührtheit des Winterwaldes kennt und für nachfolgende Generationen erhalten will“, so sollte man diese Rahmenbedingungen nicht überbewerten und den Aspekt des grenzüberschreitenden Miteinanders im sportlichen Wettstreit in den Vordergrund rücken. Trotz, oder gerade wegen der gemachten Erfahrungen werden diese EFNS vielen Teilnehmern in besonderer Erinnerung bleiben. Sie boten bei guten Witterungsbedingungen schöne und spannende Wettkämpfe und gleichzeitig Einblicke in eine vielen von uns mittlerweile schon fremd gewordene Welt des -in diesem Falle weißrussischen- Postsozialismus.

Heiko Dutschke

Bad im weißrussischen 2-Sterne-Hotel

Straßenzug in Minsk

Anfahrt nach Raubichi - Schanzenanalgen von Weitem zu sehen

weißrussischer Technikhof

Stimmung an der Strecke!

Hagen Scherf vorn weg

Marika Dressel kämpft am Berg

Staffelstart

Mannschaftsbild

wieder zu Hause - und Unmengen Schnee (zwischen Luisenthal und Oberhof)

Forstliche Skimeisterschaften – Kampf gegen die Wetterunbilden

Am 12. Februar fanden die XIII. Thüringer Forstlichen Nordischen Skimeisterschaften in der Rennsteig Arena in Oberhof statt. Neben Thüringer Forstsportfreunden waren der Einladung auch Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen gefolgt. Eröffnet wurde die Meisterschaft durch den Staatssekretär Prof. Dr. Juckenack.

Trotz schlechtesten Wetters - Nebel und zeitweise strömender Regen - gingen 84 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer an den Start. In den verschiedenen Alterklassen absolvierten die Starter unterschiedliche Strecken von 1,5 bis 12 km. Ab der Klasse der Junioren wurden 5 Schuss auf die Biathlonscheiben abgegeben. Der dichte Nebel war für manche eine willkommenen Ausrede, dass am Schießstand einige oder gar alle Scheiben stehen blieben.

Nachdem alle nass, aber glücklich im Ziel angekommen waren, wurden die Bestplatzierten geehrt. Schnellste Frau war Anett Wenzel, die für die Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei startete. Schnellster Mann in der Spur war Steffen Dittmar aus der Rhön. Die weiteren Ergebnisse können auf der Internetseite des Forstsportvereins www.thueringer-forstsportverein.de eingesehen werden.

Der Forstsportverein möchte sich bei allen fleißigen Helfern des Forstamtes Oberhof und des Wintersportvereins Oberhof 05 bedanken.

Ralf Wenzel

Wo laufen sie denn???

Regenstimmung in der Rennsteig-Arena

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